Kongo & mein Handy

„Dutzende Rebellengruppen kämpfen im Ostkongo um den Zugang zu kostbaren Rohstoffquellen, sexuelle Gewalt ist eine ihrer Waffen. Traumaexpertin Thérèse Mema Mapenzi kümmert sich um die Opfer – und mahnt immer wieder: Eine Ursache für die Brutalisierung dieses Konflikts steckt in unseren Handys.“

(http://www.deutschlandfunk.de/buergerkrieg-im-kongo-der-krieg-die-frauen-und-die-handys.886.de.html?dram:article_id=325323)

Ein Artikel in der Süddeutschen Zeitung berichtete vor einiger Zeit über die Hintergründe aus Ausmaße des Bürgerkriegs im Kongo, der dort seit Jahren herrscht. So wurde ich darauf aufmerksam. Da es bereits einen Haufen guter Artikel dazu gibt, will ich hier eine kurze Übersicht über ebendiese geben und ein paar der darin enthaltenen Fakten präsentieren:

Was passiert im Kongo?

  • „In keinem Landstrich der Welt werden mehr Frauen vergewaltigt als im Osten Kongos.“
  • In weniger als 20 Jahren starben 5,4 Millionen Menschen durch den Krieg
  • Im Ostkongo ist jede dritte Frau vergewaltigt worden, die Vereinten Nationen sprechen von der „Welt-Hauptstätte der Vergewaltigung“
  • Frauen werden dabei z. B. vor der versammelten Familie vergewaltigt, als psychologisches Kriegsmittel
  • Der Krieg kostet monatlich 45.000 Menschen das Leben

Warum?

  • Ca. 30 (bis 50) bewaffnete Gruppen (die berühmten Warlords) kämpfen wohl hauptsächlich um die Schürfrechte von Rohstoffen wie Kupfer, Gold und vor allem Coltan.
  • Aus Coltan gewinnt man Tantal welches man z. B. für Kondensatoren für Handys benötigt (bzw. laut Wikipedia für nahezu jedes elektronische Gerät).
  • Bei der Schürfung kommt es oft zu Sklaverei und Kinderarbeit.
  • Große Handyhersteller nehmen bewusst Kinderarbeit im Kongo in Kauf. Amnesty kritisiert in diesem Kontext speziell große Hersteller wie Apple, Samsung und Sony.
  • Kongo ist der zweitgrößte Exporteur von Coltan und somit ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass das eigene Handy Rohstoffe aus dem Kongo enthält.

Warum erzähle ich das?

Ich denke, dass diese ganze Thematik wunderbar zeigt, wie kaputt unsere Welt ist und wie wenig wir Menschen uns an die Tatsache gewöhnt haben, dass wir in einer globalen Welt Leben in der fast alles irgendwie vernetzt ist. Und ähnlich wie beim Thema Vegetarismus ist es auch hier wieder so, dass unser Konsum starke Auswirkungen auf die Menschen hat, die produzieren, was wir konsumieren. Es ist nun so, dass glücklicherweise wenige Menschen die ich kenne, es gut finden, wenn Kinder dafür arbeiten was sie konsumieren oder Frauen deshalb massenweise vergewaltigt werden. Auf der anderen Seite gibt es meiner Meinung nach immer noch zu viele Menschen, die, wenn sie sich überlegen etwas zu kaufen, einfach nur sich fragen, ob sie den betroffenen Gegenstand (Handy) wollen und ob sie es sich leisten können. Andere Faktoren gibt es häufig nicht.

Da wir aber in einer so global vernetzen Welt leben, sollte es meiner Meinung nach normal sein, dass man beim Kauf eines Gegenstandes wie eines Handys oder PCs sich eben auch fragt, wem dadurch geschadet wird. Wenn es dem Verbraucher nämlich wichtig wird, dass für ein Produkt niemand zu Schaden gekommen ist und sich dementsprechend das Konsumverhalten ändert (z. B. indem man einfach keine neuen Handys mehr kauft), werden das auch irgendwann die Menschen merken, die die entsprechenden Dinge produzieren.

Kurz gesagt: wenn wir Konsumenten einfach nur die besten und günstigsten elektronischen Geräte wollen, bekommen wir eben das. Wenn wir primär Weltfrieden und Menschenrechte umgesetzt sehen wollen, werden die Menschen, die unser Geld wollen, kein Wahl haben, als uns dann eben letzteres für unser Geld zu liefern.

Quellen

SZ

Deutschlandfunk

Die Presse

Amnesty

Die Zeit allerdings von 2011

kongo-kinshasa.de ein Vortrag von 2001

handysklavereiveganer

Quelle: der-artgenosse.de