Eine Glückshypothese

Meine Hypothese rund um das Glück lautet wie folgt:

Der Mensch will eigentlich einfach nur glücklich werden. Glücklichsein heißt für mich zum großen Teil Leid zu vermeiden (also nicht zu leiden) sowie sich möglichst viel und häufig und langfristig gut zu fühlen.

Aus Gewohnheit versucht nun der Mensch ebendies zu erreichen, indem er anderen schadet; beispielsweise indem er andere für etwas, was er will, tötet oder beklaut. Das kann man teilweise meiner Meinung nach damit erklären, dass es früher nicht genug für alle zum Überleben und damit natürlich auch zum glücklich werden gab. Es war quasi mal vor grauer Vorzeit (oder vielleicht sogar vor gar nicht allzu langer Zeit noch) nötig, anderen zu schaden, um überhaupt zu überleben, bzw. es war zum Überleben von großem Vorteil (und wer nicht überlebt wird wohl meistens auch nicht besonders glücklich).

Heute ist das so weit ich das sehen kann anders; wir würden sogar effizienter glücklich werden, wenn wir zusammen daran arbeiteten, glücklich zu werden.

Denn da wir mitfühlende Wesen sind (Spiegelneurone), werden wir prinzipiell sogar unglücklich, wenn wir wahrnehmen, dass andere Menschen oder sogar Lebewesen leiden. Man kennt das ja auch von „unschuldigen“ Kindern, die untröstlich werden, wenn z. B. ein kleiner Vogel verletzt ist und unglücklich aussieht. Natürlich kann dies – was meiner Meinung nach eine natürliche Veranlagung zu sein scheint – abgestumpft werden, aber ich meine diese Veranlagung in vielen Menschen die ich kenne, erkennen zu können. Dafür spricht auch, dass viele Menschen, damit sie ihr Leben genießen können, das Leid anderer bewusst ausblenden wollen (wer will schon gerne ertrinkende Flüchtlinge im Kopf haben während er seinen Jahresurlaub an der Karibik zu genießen versucht)..

Wir haben demzufolge mindestens zwei Möglichkeiten, unser Glück zu suchen. Entweder wir arbeiten daran, dass andere (und somit wir) glücklich werden (und wir deshalb das Leiden andere nicht mehr wahrnehmen, weil es nicht mehr existiert), oder wir ziehen es vor, die Wahrnehmung des Leidens anderer irgendwie (Drogen, Macht, Alkohol, TV, mangelnde Bereitschaft des Perspektivwechels, Glauben von AfD-Parolen, etc.) zu verdrängen, frei nach dem Motto „was ich nicht weis, macht mich nicht heiß“. So wie der Karibik-Urlauber von oben eben.

Meiner Meinung nach wäre es sehr viel sinnvoller und Glücks-bringender für alle, sich vereint für das Glück aller einzusetzen. Das ist zwar vielleicht etwas anstrengender als der Weg der selektierten Wahrnehmung, aber ich bin überzeugt davon, dass dieses „das-Leiden-beseitigende“ Glück sich auch um einiges besser anfühlen wird, als das „das-Leiden-anderer-verdrängende“ Glück. Salat kann so sehr viel besser schmecken als das beste Schnitzel.

Das Ganze gilt natürlich nur, wenn es nicht allzu viele Menschen gibt, die tatsächlich nur genau dann glücklich sein können, wenn sie Dinge tun, die anderen Menschen Leid zufügen, wie z. B. das Ausleben von Pädophilie oder Sadismus.

„All I want in life is to be happy (happy).“

KORN – Dead

(evtl. leicht entkontextualisiert :-] )

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