Die Goldene Regel

Die Goldene Regel in verschiedenen Kulturen, chronologisch geordnet

Als „Goldene Regel“ bezeichnet man einen alten und verbreiteten Grundsatz der praktischen Ethik:

„Behandle andere so, wie du von ihnen behandelt werden willst.“

Judentum (Moses?/ Gott der Juden) (Existenz und Zeitraum umstritten, ca. 1000 v. Chr.)
„Der Fremde, der sich bei euch aufhält, soll euch wie ein Einheimischer gelten und du sollst ihn lieben wie dich selbst; denn ihr seid selbst Fremde in Ägypten gewesen. Ich bin der Herr, euer Gott.“ (Levitikus 19,34)

Buddhismus (6. Jh. v. Chr.)
„Was für mich eine unliebe und unangenehme Sache ist, das ist auch für den anderen eine unliebe und unangenehme Sache. Was da für mich eine unliebe und unangenehme Sache ist, wie könnte ich das einem anderen aufladen?“

Konfuzius (551–479 v. Chr.)
„Begegne den Menschen mit der gleichen Höflichkeit, mit der du einen teuren Gast empfängst. Behandle sie mit der gleichen Achtung, mit der das große Opfer dargebracht wird. Was du selbst nicht wünschst, das tue auch anderen nicht an. Dann wird es keinen Zorn gegen dich geben – weder im Staat noch in deiner Familie.“

Konfuzius‘ Antwort auf die Frage nach der Richtschnur für das ganze Leben
„Das ist ‚gegenseitige Rücksichtnahme‘ (shu). Was man mir nicht antun soll, will ich auch nicht anderen Menschen zufügen.“

Plato (427-347 v. Chr.) oder Philo (ein Platoniker aus dem 1. Jh. n. Chr.)
„Sei gütig/freundlich zu jedem, denn jeder, dem du begegnest, kämpft einen schweren Kampf.“

Isokrates (436–338 v. Chr.), Vertreter der Sophistik in Athen
„Tut anderen Menschen nicht an, worüber ihr empört wäret, wenn ihr es selbst erfahren müsstet. Was immer ihr mit Worten verurteilt, dies setzt auch niemals in die Tat um.“

Hinduismus oder Brahmanismus (400 v. Chr. – 400 n. Chr.)
„Man soll niemals einem Anderen antun, was man für das eigene Selbst als verletzend betrachtet. Dies, im Kern, ist die Regel aller Rechtschaffenheit (Dharma).“

Jesus
„Behandelt eure Mitmenschen in allem so, wie ihr selbst von ihnen behandelt werden wollt.“ (Matthäuse 7,12a)
„Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“ (z. B. Matthäus 22,39)
„Was ihr von anderen erwartet, das tut ebenso auch ihnen.“ (Lukas 6,31)

Koran (von Mohammed verfasst)
Leider gibt es meines Wissens nach keine Form der Goldenen Regel im Koran. Das ist sehr schade. Indirekt (über Abū Huraira überliefert) soll aber folgendes Zitat von Mohammed selbst stammen und zu den 5 Grundregeln des Islam gehören:

Mohammed (570-632 n. Chr.)(überliefert durch seinen Gefährten Abū Huraira (gestorben
680 n. Chr.) )
„Wünsche den Menschen, was du dir selbst wünschst, so wirst du ein Muslim.“

Immanuel Kant (1724-1804)
Der kategorische Imperativ: „Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“

aus der Kitab-i-Aqdas, dem heiligsten Buch des Bahaitum, 1873 abgeschlossen
„Wünschet anderen nichts, was ihr nicht für euch selbst wünschet.“

Mirza Husain-ʿAli Nuri (1817 – 1892) besser bekannt mit dem Ehrentitel Baha’ullah,
Gründer der Bahai-Religion
„Und wenn du auf Gerechtigkeit siehst, dann wähle für deinen Nächsten, was du für dich selbst wählst.“

Anwendungsbeispiel der Goldenen Regel im Alltag
„Wenn du ein Bier aus dem Kühlschrank nimmst, dann lege eines für deinen Nächsten nach.“

Quelle: die entsprechenden Wikipedia Seiten