Vegan

dinos

Hier befindet sich eine Sammlung von aus meiner Sicht sehens- oder lesenwerten Videos, Websites oder Artikeln rund ums Thema Veganismus. Jeweils mit kurzer Beschreibung. Eventuell sinnvoll geordnet. Der Inhalt dieser Seite wird regelmäßig erweitert. Neue Links werden mit dem Datum des Hinzufügens versehen. Oder einfach mit *neu* gekennzeichnet. Oder beides. Oder weder noch. 😉

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Inhalt

1 – Einstiegshilfen: Vegane Ernährung für Anfänger
2 – Lieblingszitate
3 – Filme
4 – Reden und Vorträge
5 – Websites
6 – Aufnahmen aus der Tierindustrie
7 – „Warum vegan?“
8 – Vegan & Humor
9 – Anti-Vegan Medien

1 – Einstiegshilfen: Vegan für Anfänger

Bitte supplementiere Vitamin B12, Vitamin D in den Winter-Monaten und iss täglich frisch gemahlene Leinsamen oder Leinöl oder nehme ein Omega-3-Präparat aus Microalgen. Was ich so esse, sowie Rezepte, die ich mag, gibt es ab sofort auf einer Extraseite.

Vorab: Wer irgendwelche Fragen hat, darf diese gerne auch an mich stellen.

proVegan – die 7 goldenen Regeln der veganen Ernährung. Sehr hilfreiche Grundregeln. Wer so wie ich keine Lust hat, jeden Tag Saft zu trinken, kann auch z.B. rohe Paprika essen. Oder eben eine andere Vitamin C Quelle.

vegan ist ungesund – der witzigste und zugleich informativste deusche youtube-Kanal für vegane Ernährung, den ich momentan kenne.

vebu: Gesundheit – viele hochwertige Tipps und Informationen befinden sich auf der vebu-Homepage

proVegan – 30 Tage vegane Rezept von einem Arzt und einem Sterne-Koch. Was will man mehr? Hier bekommt man 4 Mal eine Email mit Links zu Rezepten ohne Ende. Speziell auch mit Rezepten für eine Woche. Wer lieber Analogrezepte mag, kann sich das Buch dazu kaufen. Ist aber nicht nötig; man findet alle wichtigen Infos kostenlos auf der Homepage.

proVegan – DIE PERFEKTE ÜBERSICHT über alle Nährstoffe (Fette, Vitamine, Mineralstoffe usw.)!!! 

veganStart – das 30 Tage vegan Programm von Peta. Man bekommt hier jeden Tag eine Email mit Rezepten, Hintergrundinfos, und einen Ernährungsberater als Ansprechpartner zur Verfügung gestellt. Super Sache.

Youtube-Video – „10 Dinge die Sie nicht tun sollten – Vegan – für Anfänger“. Ein bisschen viel Drumherumgerede für meinen Geschmack, aber alles wichtige und korrekte Infos. Allerdings natürlich nicht vollständig.

BrendaDavis ist eine renommierte Ernährungsexpertin, die viele Bücher geschrieben und Vorträge gehalten hat. Auf ihrer FAQ Seite erklärt sie kurz und prägnant wie der Einstieg zur veganen Ernährung am besten funktioniert oder auch auf welche Nährstoffe man als VeganerIn achten sollte. Von ihr gibt es auch interessante Vorträge auf Youtube.

Und jetzt kommen noch ein paar Tipps von mir: Hummus. Hummus ist praktisch die Synergie des ewigen Glücks. Alles in Hummus (außer vllt. wenn man minderwertiges Olivenöl verwendet) scheint extrem gesund zu sein. Dazu wirken die Inhaltsstoffe auch noch zusammen. Das ganze ist hier definitiv mehr als die Summe der Teile. Dazu: Linsen, Bohnen, Erbsen. Zwiebeln. Knoblauch. Spinat. Grünkohl. Brokoli. All das häufig essen. Dann noch ein paar Nüsse und rote Weintrauben (das wird den Alkoholikern jetzt weh tun: möglichst unverarbeitet =P). Das alles ist verdammt gesund, wenn man es nicht übertreibt.

Dann habe ich noch ein paar gute und ein paar schlechte Nachrichten. Zuerst die guten: Es gibt unfassbar viele vegane Gerichte. Viele vegane Gerichte oder typische Nahrungspflanzen sind sehr gesund. Zum Beispiel Knoblauch oder Linsen. Und nun die schlechten Nachrichten: Es ist für manche Menschen schwer, Gewohnheiten umzustellen. Es scheint anstrengend zu sein. Und es gibt „im Internet“ einen Haufen an verwirrenden, weil widersprüchlichen Information, vor allem zu Ernährung. Das ist vermutlich eine Folge dessen, dass wir (und vor allem sog. Experten) einfach weniger Ahnung haben, als wir wahr haben wollen. Aber: Manchmal hilft es in der all der Verwirrung, den eigenen Verstand zu bedienen (gemäß „Habe Mut …“ von Kant).

Wenn ich zum Beispiel – wie mehr als einmal vorgekommen – lese, dass Veganer sich selbst ausrotten, weil sie ja so viel Soja essen (was sie übrigens keineswegs müssen…), und in spätestens nach 2 – 3 Generationen alle Veganer durch Soja ausgestorben sind und das ganze noch mit Links zu irgendwelchen wissenschaftlichen Studien verlinkt wird, kann das einen erstmal beunruhigen. Aber dann lohnt es sich, in ein Ferngespräch nach z. B. China zu investieren, um mal höflich nachzufragen, ob sich die Befürchtung als wahr herausstellt und die ganzen Soja-konsumierenden Asiaten dort schon tot sind… Allerdings sollte man dabei beachten, wie viel Soja die Asiaten so essen. Die Soja-Geschichte endet damit, dass es durchaus eine Menge Asiaten gibt, die täglich 1-3 Portionen Soja konsumieren. Und sie haben die magischen 3 Generationen überlebt. Menschen, die z. B. über 20 Portionen Soja pro Tag essen, könnten tatsächlich aussterben. Fermentiert soll Soja übrigens noch gesünder sein.

2 – Lieblingszitate

„Bitte denke darüber nach, Veganer zu werden.“ ist ein blumiger Euphemismus für „Kannst du mal bitte damit aufhören, deine Welt und die Zukunft deiner Nachkommen zu zerstören?!“.

Ich, *1990

„Der Tag wird kommen, an dem auch den übrigen lebenden Geschöpfen die Rechte gewährt werden, die man ihnen nur durch Tyrannei vorenthalten konnte. Die Franzosen haben bereits erkannt, dass schwarze Haut kein Grund ist, ein menschliches Wesen schutzlos der Laune eines Peinigers auszuliefern. Ebenso mag eines Tages erkannt werden, dass auch die Zahl der Beine, die Behaarung und das Ende des Os sacrum sämtlich unzureichende Gründe sind, ein empfindendes Wesen solch einem Schicksal zu überlassen. […] Die Frage ist nicht, ob sie denken oder sprechen können, sondern ob sie leiden können.“

Jeremy Bentham, englischer Philosoph und Jurist, 1748 – 1832

„Die Tiere empfinden wie der Mensch Freude und Schmerz, Glück und Unglück.“

Charles Darwin, britischer Naturwissenschaftler und Autor, 1809 – 1882

„Tiere sind meine Freunde und ich esse meine Freunde nicht.“

„Gewohnheit versöhnt die Menschen mit jeder Gräueltat.“

George Bernard Shaw, irisch-britischer Schriftsteller, 1856 – 1950

„Vor 130 Jahren hat die Kirche geschwiegen, weil es nur Schwarze waren. Vor 60 Jahren hat die Kirche geschwiegen, weil es nur Juden waren. Heute schweigt die Kirche, weil es nur Tiere sind.“

Christa Blanke, deutsche Theologin und Tierschützerin, *1948

„Unsichtbar wird der Wahnsinn, wenn er genügend grosse Ausmasse angenommen hat.“

Berthold Brecht, 1898 – 1956

3 – Filme

Earthlings (2005) – ein zur Zeit auf youtube verfügbarer Film über den Menschen und sein Verhältnis zu anderen Erdenbewohnern. Momentan (September 2016) ist das meiner Ansicht nach der beste und vielleicht wichtigste Film den bis dato ich kenne. Nicht-vegane Menschen halten ihn auch mal für unfair, übertrieben und respektlos (siehe unten). Jeder möge selbst urteilen. IMDB Link. Es gibt auf earthlings.de eine extra für Fragen eingerichtete Emailadresse. Wer also sein Gewissen mit „das sind nur Einzelfälle“ etc. beruhigen will, kann alternativ auch mal versuchen, entsprechende Verdachtsmomente direkt an die Verantwortlichen zu richten. Vielen Dank.

Cowspiracy – the Sustainability Secret – ein unterhaltsam gemachter Dokumentarfilm darüber, wie sich Nutztierhaltung auf die Umwelt (Wasserverbrauch und Treibhausgasemission) auswirkt. Eine etwas minderwertige Version (versetzte Audiospur, schlechtes Bild) gibt es zum Beispiel legal auf earthlings.de unter der Ruprik „Umwelt“. IMDB Link. Bewerkenswert ist hier, dass es eine extra Faktenseite gibt, auf der quasi alle relevanten Aussagen des Films belegt werden. Einige wenige Links sind allerdings nicht mehr verfügbar (die Probleme des Internets eben…). Die Grundaussagen des Films kann man an Hand der (September 2016 noch verfügbaren) Quellen leicht überprüfen. Siehe Cowspiracy Facts

Hope for all – ein sehenswerter Film, der ein Rundum-Informationspacket für Menschen darstellt, die sich für Veganismus interessieren. Beleuchtet im ersten Teil die gesundheitlichen, im zweiten die ethischen Aspekte (Tierschutz, Menschenschutz, Klimaschutz).

4 – Reden und Vorträge

Warum Vegan?“ aus Sicht eines promovierten Verhaltensbiologen (Jonathan Balcombe). Ein Vortrag auf Englisch. Ich mag die strukturierte, differenzierte Herangehensweise des Redners. Jonathan ist außerdem erfolgreicher Sachbuchautor zum Thema Tierverhalten. Jeder der sich dafür interessiert, ob Tiere „hirnlose“, „willenlose“ Lebewesen sind, die man – solange man sie kurz und schmerzlos tötet – als Futter züchten und halten kann, sollte sich mit seinen Erkenntnissen auseinander setzen. Hier seine Homepage & sein Wiki-Eintrag mit Bibliographie.

The most important speach you will ever hear.“ Ein Vortrag von Gary Yourofsky. Das ist übrigens die Rede, die mich vom „Veganer in ein paar Wochen“ zum „Ich fass nie wieder ein Produkt tierisches Ausbeutung an“-sofort-Veganer gemacht hat. Ich fand den Titel ziemlich befremdlich bevor ich mir das Video ansah. Nach dem Ansehen fand ich ihn passend. Die Rede ist auf Englisch, aber es gibt Untertitel in 33 Sprachen, darunter Deutsch. Gary ist seit mehreren Jahrzehnten Veganer, supplementiert laut eigener Aussage nichts (was ich nicht empfehle, aber interessant finde) und veröffentlicht auf seiner Homepage (adaptt.org) unter anderem seine Gesundheitsdaten.

Plant-Based Diets and Disease: The Current State of The Evidence“ Ein sehr informativer und vielseitiger Vortrag von Brenda Davis über die gesundheitlichen Vorteile und Risiken einer gesunden veganen Ernährung, auch in Abgrenzung zu einer gesunden omnivoren Ernährung.

What are animals thinking and feeling? von Carl Safina. Ein überaus interessanter Vortrag, der sich mit der Frage beschäftigt, in wiefern sich das Innenleben des Menschen von dem von Tieren unterscheidet. Viele Menschen, die ich kenne, denken, Tiere haben kein Bewusstsein, sondern sind einfach nur instinktgetriebene Biomasse ohne die für den Menschen (angeblich) typischen Merkmale wie Wille, Empathie, Liebe, Logik. Hier wird dieses Thema von einem nicht-veganen Experten behandelt.

5 – Websites

Der Artgenosse ein deutschsprachiger, selbstironischer Blogger, der unglaublich gut erklären kann. Berühmt ist seine Video-Reihe „Hey Veganer,…“ bei dem er auf viele übliche Fragen, Aussagen und Vorwürfe von Nicht-Veganern an Veganer eingeht. Meiner Einschätzung nach wird hier akribisch recherchiert und kompetent und fair erklärt.

adaptt.org – die Homepage von Gary Yourofsky. Dort werden von Gary praktisch alle relevanten Fragen zum Thema Veganismus beantwortet. Ich empfehle: seine Sammlung von Minitierclips (unter „other animal issues“ –> „animal intelligence“), auf denen man das Sozialverhalten von Tieren beobachten und nachlesen kann (Bsp.: ein veggie Hai, ein Hund der seinen verletzten Kumpel von der Autobahn rettet, ein Bär der eine Krähe vorm Ertrinken bewahrt uvm.). Außerdem macht er interessante Ausführungen zum Thema, ob der Mensch biologisch gesehen omnivor oder herbivor ist, mit Verweis auf Expertendarstellungen. Es ist allgemein sehr angenehm, dass er Aussagen mit Quellen versieht.

VEBU – die Homepage des VEBU. Eine unfassbar hilfreiche Quelle für Informationen um Veganismus allgemein, speziell für mich hilfreich sind die Themen zur veganen Ernährung und Gesundheit. Wirkt auf mich sehr sachlich. Der VEBU vergibt zum Beispiel ein verbreitetes vegan/ vegetarisch Siegel: Siegel-Link.

VeganHealth – eine extrem hilfreiche englischsprachige Seite, wenn man sich für gesunde vegane Ernährung interessiert.

nutritionfacts.org – Das Konzept dieser Seite: ein Team aus 20 Wissenschaftler durchforstet alle täglich erscheinenden Publikationen zum Thema Ernährung (200 pro Tag). Die nach Meinung von Dr. med Greger interessantesten werden in kurzen Videos oder Artikeln dem geneigten Leser präsentiert. Die Seite ist non-profit und wird 100 % aus freiwilligen Spenden finanziert; keine dubiosen Sponsorengeschäfte. Soll bald auch auf Deutsch verfügbar sein. Viele Videos gibt es jetzt schon mit deutschen Untertiteln.

Ein Zeitungsartikel der SZ über ein Teil des Tagebuchs von Alexander von Humboldt über Sklaverei in Kuba durch die Spanier. Ich bin ein enormer Verfechter davon, die Parallelen zwischen der Sklavenhaltung vergangener Jahrhunderte und der Haltung von Tieren als Sklaven heute unter die Lupe zu nehmen. Natürlich sind mir die Unterschiede dabei auch nicht entgangen. Aber die selben Argumente und Mechanismen, die die Sklaverei damals im großen Stil möglich gemacht haben, machen heute Tierausbeutung möglich. Namentlich sind das unter anderem Bequemlichkeit (es ist Arbeit, etwas zu hinterfragen, dass man von klein auf gelernt hat), wirtschaftliches Interesse und die Tatsache, dass es eben „völlig normal“ zu sein scheint.

6 – Aufnahmen aus der Tierindustrie

Hier ein Video über die Problematik von Tiertransporten.

Wer schon immer mal sehen wollte, wie süße kleine Kaninchen industriell gehalten werden, wird hier seine Neugierde befriedigen können. Einen erklärenden Artikel dazu gibt es hier.

Truthahn aus den USA. Laut dem Sprecher in dem Video ist das gängige Praxis in Nord-Amerika.

Tiermisshandlung auf Kanadas größter Milchfarm.

CNN Zusammenfassung darüber, dass Undercover-Aufnahmen von Tiermisshandlung bald illegal sein könnte (in den USA). Darin sieht man viele solcher Undercover-Aufnahmen.

Schweinehochhaus. Berichtet auch von ARD Kontraste. Das Ergebnis der Veröffentlichung dieser Aufnahmen war eine Gerichtsprozess gegen den Vidoedreher wegen Hausfriedensbruchs. Man hätte die Scheiß Amis auch wegen Hausfriedensbruchs anzeigen sollen, als sie die Juden aus den KZs befreit haben… [das kursive war Ironie]

Schlachthaus für Kühe. Das Video will darauf hinweisen, dass viele Kühe aus wirtschaftlichen Gründen schwanger zur Schlachtung geschickt werden, weshalb ihre ungeborenen Kälber auf unangenehme Art und Weise im Mutterleib ersticken. Allerdings zeigt dieses Video auch abgesehen davon, dass man den Begriff „artgerechte Schlachtung“ vielleicht noch einmal überdenken sollte…

7 – Warum vegan?

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Die obige Warum Vegan? Übersichts-Graphik von ProVegan mit lesbar großer Schrift.

Das Albert-Schweitzer-Institut erklärt, wie wir in einer veganen Welt mit den jetztigen Ernteerträgen 4 Milliarden Menschen mehr satt bekommen könnten – derzeit hungern 800 Millionen.

SZ Artikel: Antibiotika Einsatz ist in der Kuhhaltung die Regel, dabei werden auch Reserve-Antibiotika verwendet. Die SZ fordert natürlich nicht zum Veganismus auf. Der würde aber sehr effektiv helfen.

5-Minuten Kurzfilm Einfach.Bewusst.Leben. bei die in der Überschrift gestellte Frage kurz und anschaulich beantwortet wird. Dazu gibt es noch eine Homepage mit Hintergrundwissen.

Massentierhaltung verseucht unser Grundwasser. Deutschland hat ein Gülle-Problem. Nitrat im Grundwasser – und damit im Trinkwasser – bedeutet, dass es ungesund ist, vor allem für Schwangere und Kinder. Deshalb wird Deutschland von der EU angeklagt. Und die Landwirtschafts-Lobby scheint kein Problem mit kranken Schwangeren und Kindern zu haben. Ein veganes Land hätte dieses Problem nicht.

Auch die eigentlichen Experten unserer Regierung (also nicht die Minister, sondern die Wissenschaftler, die für die Regierung forschen) plädieren für eine deutliche Reduktion des Fleischkonsums zum Schutz unserer Erde.

8 – Vegan & Humor

Eine bekanntermaßen äußerst rare Kombination. Daher von mir akribisch gesammelt und der Weltöffentlichkeit zur Verfügung gestellt.

Postillon No 1.

Der Artgenosse – Comic-Sammlung Von diesem sind auch die lustigen Comics die ich neuerdings überall einbaue, weil ich sie so toll finde =].

Hagen Rether, der vielleicht lustigste Veganer den ich kenne.

Veganismus ist zu extrem…

9 – Anti-Vegan Medien

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Ich bin, seit ich mir überhaupt überlege, Veganer zu werden, auf der Suche nach Gründen, die dagegen sprechen (Und kann nicht genug betonen, dass ich mir solche durch Leserhinweise stark erhoffe!). Dabei bin ich auch auf ein paar anti-vegan Medien gestoßen, die mich fast durchweg enttäuschen, da sie mich intellektuell komplett unterfordert haben. Wie, wenn man einen Kurs für höhere Mathematik besucht, und ein Kleinkind brabbelt die Zahlen von 1 – 10 rauf und runter. Ich bin wirklich offen für die Diskussion, ob „vegan“ – aus welcher Sicht auch immer – nicht doch eine doofe Idee sein könnte, aber immer wieder dämlichen Quatsch wie „weil Bacon“ oder „MIR SCHMECKT FLEISCH ABER!!!!!!!!!!!!!!!!!“ (ich sehe da eine gewisse parallele zu „ich ficke aber gerne kleine Kinder“) oder „VITAMIN B12!!!!!“ oder gerne auch „wir brauchen Tierfäkalien zum Düngen“ oder „Ernährung ist Privatsache“ oder „Schweinefleisch gehört zur deutschen Kultur! Wählt AfD! Nein CSU!“ zu lesen, macht mich auf Dauer vor allem: traurig.

Ach ja, zur Fäkalgeschichte: Deutschland blüht derzeit eine Anzeige durch die EU, weil durch Tierkot unser Trinkwasser durch zu hohe Nitrat-Werte gefährdet wird. Ein steigender globaler Trend zum Veganismus, der die Fleischproduktion reduzierte, würde das Gülle-Problem lösen. Vegan stellt derzeit keine Gefahr für die Düngung unserer Felder dar, sondern die Düngung ein Problem für die Gesundheit unseres Nachwuchses, und damit eine Gefahr für unsere Rente! (Und spätestens wenn es um unsere geliebte Rente geht, sieht doch jeder ein, dass etwas getan werden muss 😉 ). Die SZ hat auch neuerdings über das Gülle Problem berichtet. Und auch hier zeigt sich wieder, dass es ein schlechter Einfall sein kann, wenn Lobbys mit Interessenkonflikt ein Problem lösen sollen…

www.urgeschmack.de – keine anti-vegan Seite, aber eine pro Weidefleisch mit vegankritischen Aspekten. Manchmal wirkt es auf mich wie eine anti-vegan Seite. Wenn mit selektiven Fakten Soja gebashed oder die Ökobilanz von Weidefleisch mit der von kommerziellem Weizenanbau verglichen wird. Aber naja.

Genauer über urgeschmack (weil ausnahmsweise nicht voller Quatsch): Eine Seite, bzw. ein Argumentationskomplex, auf den ich gestoßen bin, der zwar nicht speziell anti-vegan ist, aber der eine fleischhaltige Ernährung beinhaltet und dem ich eine Menge Positives abgewinnen konnte, habe ich tatsächlich gefunden. Dass ich die Meinung des Autos nicht teile, soll nicht darüber hinwegtäuschen, dass ich die Gründe dahinter nachvollziehen kann und den zumindest teilweise sachlichen Schreibstil schätze. Auch wenn auch auf dieser Homepage eine Menge Quark steht, der mit kurzen Recherchen enttarnt werden könnte. Wer zu faul ist, auf den Link zu klicken: Hier geht es um eine Paläo-artige Ernährung, bei der Tiere eher selten gegessen und außerdem wirklich möglichst artgerecht (Rinder ganzjährig auf der Weide etc.) gehalten werden sollten. Ich finde, das ist ein extrem interessanter Ansatz, da hier Massentierhaltung völlig eliminiert würde und hier mit Gründen argumentiert werden, die jenseits von „ich esse aber gerne Fleisch und will, dass es billig bleibt“ liegen. Und weil der Autor sagt, dass ihm möglichst geringes Tierleid wichtig ist, und ich ihm das auch so weit das übers Internet geht, abnehme. Weisheiten wie [sinngemäß] „Veganer müssen lernen einzusehen, dass mein Leben immer auf Kosten von anderen ist“ lassen Veganer pauschal als Naivlinge erscheinen, die sie mit Sicherheit nicht immer alle sind. Auch wenn diese Weisheit korrekt ist. Aber wie ein Veganer einst schrieb: „Es geht nicht um Perfektion – es geht darum, den nächsten Schritt zu tun.“

www.antivegan.at – DIE Allzweckwaffe gegen den Veganismus! So der Selbst-Anspruch. Der gelangweilte Leser möge sich sein eigenens Bild machen. Wer allerdings nicht sonderlich davon schockiert ist, dass auch Veganer Menschen sind und dass auch Menschen, die sich selbst nicht vegan/vegetarisch ernähren, so eine Ernährung befürworten können, verschwendet hier höchstwahrscheinlich seine Zeit.

Das bisherige Lebenswerk von Uwe Knopp – „Wenn Ihr Körper Ihnen signalisiert, dass Sie Lust auf ein bestimmtes Essen haben, dann ist das auch gesund für Sie.“ (Originalzitat) Aye, Karramba! Her mit den Schoki-Tafeln =). Gut, dass keiner weiß, dass die Nahrungsindustrie erforscht, welche Zutaten uns schmecken, ohne dass wir einen gesundheitlichen Nutzen davon haben (*Hust* Salz, *Hust* Zucker, *Hust* Fett, *Hust* Werbung beeinflusst vielleicht unter Umständen eventuell unser Kaufverhalten *Hust, Hust, Hust*). Ach ja, und: Vitamin B12 Supplementierung ist auch hier vom Teufel. (Außer natürlich, man supplementiert es erst Tieren, und isst dann diese, dann ist es ganz toll. Logo!). Gut, dass wir in Deutschland solche intellektuellen Größen als renommierte Ernährungsexperten haben =). So stelle ich mir den typischen Dialog mit Uwe Knopp vor: „Ecstasy ist also auch für die gesund, die Lust darauf haben?“ – „Quatsch, Ecstasy ist doch kein Essen.“ – „Warum? Man nimmt es oral auf und es landet im Magen.“ – „Aber es ist chemisch hergestellt. Essen hingegen ist niemals… äh… beim Essen sollte man auf sein Gefühl hören!“ Nice!

WeltN24: Vegan ist Mangelernährung mit Ansage. Mike Kleiß – der objektivste Mensch der Welt – findet mit Hilfe seiner Hausärztin heraus, das Veganer quasi wandelnde Tote sind. Eine spannende Story, fast, aber nicht ganz, auf BILD-Niveau. Objektiv eingestellt ist Mike Kleiß gegenüber dem Thema „vegan“ im Jahr 2015 vor allem auch deshalb, weil er bereits im Jahr 2014 den Artikel „Meine Kampfansage an die „mafiöse Veganerszene““ schrieb. Ein untrügliches Zeichen für Objektivität!

Das „ich esse gerne Fleisch und darum sind Veganer doof“ anti-vegan Forum.

Ein Anti-„Earthlings“ Artikel von „Der Westen“. Zu „Earthlings“ siehe oben erster Eintrag unter „Filme“. Zum dort kritisierten Holocoust-Vergleich: Israel ist das mit Abstand veganste Land der Welt. Manche vermuten, dass das daran liegt, dass Israeliten sehr gut wissen, wie sich ein Holocoust anfühlt und daher mehr Empathie für die Opfer des aktuellen globalen Holocoust haben.

Die Zeit schlägt zu mit: „Her mit der Wurst„. – Ein klassischer, oberflächlicher Artikel, bei dem die Zahlen und Fakten so genommen werden, wie es gerade passt. Mal beziehen sich die Aussagen auf Deutschland, mal auf die Welt, dann wird – wie üblich – mit ultra-seltener öko-bio-artgerechter Weidehaltung pro Massentierhaltung argumentiert. Armes Deutschland!

Wer glaubt, dass Veganer, statt Fleisch zu essen, rießige Spargel-Plantagen betreiben, um ihren Protein-Bedarf zu decken, und daher „Land und Energie vergeuden“ [sic!], wird sich darüber freuen, dass man mit diesem Wissen sogar Bücher auf den Markt bringen kann! Und die Berliner-Zeitung liefert eine Gratis-Leseprobe davon. Nice! Im Ernst: Nachdem ich diesen Artikel las, habe ich erst mal eine Weile recherchiert, ob es sich bei dem Buch oder der Zeitung nicht doch um Satire a la Postillon handelt. Falls dem so ist, bitte ich um Nachsicht, ich bin auch nur ein Mensch. Fun fact: seit ich Veganer bin, habe ich noch kein Gramm Spargel gegessen. Schockschwerenot, ich bin praktisch klinisch tot!

Die perfekte Zusammenfassung aller wirklichen Gründe gegen Veganismus liefert Peta Zwei.

Auch Eckhard Fuhr,  Autor von WeltN24, isst gerne Fleisch, und schreibt darüber gerne Zeitungsartikel, für die er sich später hoffentlich einmal schämen wird.

Wer vegetarisch oder gar vegan lebt, dessen Gehirn schrumpft. Daher: „It is obvious that we need to be eating more, not less, meat and animal-sourced foods. If vegetarians — and vegans in particular — berate you for ‚murdering‘ and eating animals, please be kind to them. They are almost certainly suffering from self-inflicted brain atrophy, and have little recognition of both the damage they are doing to themselves and the harm that are doing to others who follow their advice.“ Also, bitte nett zu mir sein, mein Gehirn schrumpft.

Die TAZ schlägt mal wieder negativ zu. Mit Stammtischparolen statt Fakten und Quellen begründet der Autor, dass es ein Unding wäre, tierische Produkte höher zu besteuern. Hintergrund: Es steht derzeit in der Diskussion, dass der Steuersatz von Fleisch auf 19 % erhöht wird, Fleisch also nicht mehr als Grundnahrungsmittel gilt. (Diese Diskussion erinnert mich an die traurige Wahrheit, dass Milch und Massentierhaltung mit über 1 Mrd. Euro / Jahr in Deutschland subventioniert werden, dazu den günstigen Steuersatz haben, während z. B. vegane Milch immer noch den hohen Steuersatz genießt.) Der Sinn bei der Steuererhöhung für Fleisch ist dabei nicht, die Wahrheit über Fleisch zu verbreiten (nämlich dass Fleisch tatsächlich kein Grundnahrungsmittel ist), sondern das Klima zu schützen, weil Fleisch eben ein extremer „Klimakiller“ ist. Was ich an diesem Artikel besonders kurios finde: Der Autor scheint ernshaft zu unterstellen, dass der gemeine Bürger dazu in der Lage ist, sich selbstständig so zu verhalten, wie es das Beste für ihn und seine Umwelt ist. So als ob das Wissen um die Folgen des Fleischkonsums vom Himmel auf uns Bürger herabregnete. LOL.

Lustige Dinge passieren wenn eine vegankritische Einstellung und etwas Testosteron aufeinander treffen.

Das wars auch schon. Schade. Wer noch mehr anti-vegan Medien kennt – ob seriös oder eher witzig – nur her damit! =)

Ich hoffe, dass je mehr Menschen Veganer werden, die Gründe, die dagegen sprechen, umso besser werden. Damit endlich eine seriöse Diskussion dazu beginnen kann.